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Portrait: adamned.age / printed in the music magazine "Beat" (german) #53 - jan.2010
german version:

Innere Exploration

Wäre der Begriff des Multimediakünstlers nicht während der Neunzigerjahre etwas fahrlässig durch seine inflationäre Überanspruchung verschlissen worden, dann würde er wohl niemanden besser beschreiben als die in Berlin lebende Musikerin, Fotografin, Grafikerin und Filmemacherin Hanne Adam. Wie bei kaum einem anderen Künstler stehen ihre Werke in einem ständigen Dialog mit- und einer Reibung aneinander. Die daraus resultierende Spannung mussten wir genauer ergründen. Zur Mittagsstunde in Berlin. von Thomas L. Raukamp

Die Narbe zwischen dem ehemaligen Westteil von Berlin und seinem ärmeren östlichen siamesischen Zwilling, den man irgendwann einmal klinisch und recht unelegant von seinem ungeliebten Bruder getrennt hatte, sind heute auf den ersten Blick kaum noch wahrnehmbar. Der Schnitt ist zumindest optisch weitestgehend verheilt, nur für nach Erinnerungen haschenden Touristen zeichnet man ihn immer noch allzu gern nach – nicht, ohne die Welt auch nachträglich in Gut und Böse, Gewinner und Verlierer zu trennen. Doch wer bereit ist, genauer hinzusehen, der findet besonders in den östlichen Stadtteilen verlassene Zeugen anderer Zeiten, die sich leise und nahezu unentdeckt der Interpretation durch allzu eifrige Geschichts- und Stadtführerschreiberlinge entzogen haben. Diese Räume zu finden und ihre verborgene Schönheit abzubilden, hat sich eine ganz genau beobachtende Szene gewidmet: Urban Exploration nennt sich eine Bewegung, die die Masse noch nicht erreicht hat – und dies wohl auch nie tun wird. Der Begriff beschreibt eine ganz andere Art der Stadterkundung, weitab des Prunks, der herausgeputzten Putten und wiedererschaffenen Insignien der Macht, mit denen die Mächtigen der Gegenwart und der Vergangenheit schon immer diejenigen zu blenden verstanden, die es von jeher nicht gewohnt sind, nachzufragen. Teil dieser Bewegung ist die in Hamburg geborene Künstlerin Hanne Adam, die zusammen mit ihrer „Partnerin in Crime“ Tanja Dovens stunden- und tagelang durch verlassene Industrieruinen, Büros, Kliniken und Katakomben ziehen kann, um genau die Ästhetik und Romantik jener Orte zu finden, die erst der verdeckende, ruhige Atem der Zeit erschafft.


Surreale Schönheiten

„Urbane Exploration ist eine Kunst, die sich selbst erschafft“, versucht Hanne Adam ihre Passion in Worte zu fassen, und Berlin bietet viele Plätze, um das jeweilige Zwischenstadium, die Momentaufnahme dieser Kunst immer wieder neu zu betrachten. Gerade diese Sucht nach einer historischen, aber dabei höchst authentischen Atmosphäre war es auch, die Hanne vor einigen Jahren aus der reichen Hansestadt Hamburg in eine Metropole umsiedeln ließ, die bei jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen pflegt, dass sie sich wieder einmal zur Hauptstadt gemausert hat. Doch des Kaisers neue Kleider sind höchstens gepumpt, und das weiß auch Hanne Adam: „Berlin ist ja im Gegensatz zu Hamburg eher arm, versucht aber laufend Dinge zu machen, die aus diesem Grunde gar nicht zu der Stadt passen und sie gar nicht widerspiegeln“, resümiert sie ihre ersten Jahre in Berlin. Und so entstehen gerade im Osten ständig neue Appartments, Eigentumswohnungen, Wohlfühl- und Shoppingzentren für eine begüterte Minderheit, die nur allzu bereitwillig verwischt, was hier einmal anders war oder sein sollte und teilweise noch ist. Damit eine anderslautende Realität aber nicht gänzlich in Vergessenheit gerät, bilden Hanne Adam und Tanja Dovens sie ab: „Es geht uns darum, die Geschichte einzelner Räume festzuhalten, ihren Ist-Zustand. Denn das, was ist, ist ästhetisch und schön – und nicht das, was man daraus vielleicht erschaffen will.“ Fast ist es, als beschützten die Künstlerinnen Orte wie ans Herz gewachsene Freunde, eine seltene Spezies, deren Untergang jedoch längst unaufhaltsam ist: „Tatsächlich haben wir schon einige Tränen um einige Räume vergossen, die von ehrgeizigen Architekten schließlich ihrer Schönheit beraubt wurden“.


Bestandsaufnahme

Kunst ist immer auch etwas Statisches, eine ständige Bestandsaufnahme des Augenblicks – egal, ob es sich dabei um grafisches oder musisches Engagement handelt. Und genau darum geht es auch in der Musik von Hanne Adam: Deutet schon der Name des mit Dovens zusammen gepflegten Multimediaprojekts EXurban die bewusste Nähe zur Urban Exploration an, so bezieht auch ihr langjähriges Soloprojekt Adamned.age seine kreative Energie aus eben den Fotos, die die Künstlerin auf ihren Streifzügen mit nach Hause nimmt: „EXurban basiert fast immer auf der Betrachtung von Fotos“, so Adam, „wir nehmen aber aus den Gebäuden und von den Orten, die wir besuchen, nicht nur die Bilder selbst, sondern auch sehr starke Gefühle mit. Wenn wir die Fotos später betrachten, stellt sich dieses Gefühl wieder ein, und wir wissen oft schon ganz genau, wie die Musik, die darauf basiert, klingen muss.“ Es geht also tatsächlich um die lautmalerische Umsetzung von Bildern in Klänge und Töne. Hanne Adam bringt es so auf den Punkt: „Wir hören praktisch Bilder“. Die musikalische Leinwand ihrer Arbeit stellt dabei der Computer dar. Mit 6 Jahren fing Hanne Adam an, Klavier zu lernen – die Begeisterung ließ jedoch auf sich warten: „Ich habe damals schnell gelernt, dass dies letztlich nicht mein Instrument ist“, erinnert sie sich heute. Ihr von der inneren Haltung bestimmter damaliger Lebensweg verlangte nach lauteren Ausdrucksweisen: Während der Schule begeisterte sie sich für den offen rebellischen Anspruch des Punks, erlernte das Schlagzeugspielen und zog mit verschiedenen Bands durch die Clubs der Hamburger Szene. Doch die gewollt monotone Herangehensweise der Musikrichtung konnte sie nicht auf ewig festhalten: „Ich kam später zum Crossover, wobei ich meine Musik mit Hip-Hop mischte“, erinnert sie sich in unserem Gespräch. Schon damals lief es jedoch auf einen musikalischen Alleingang hinaus: Die gelernte Kommunikationsdesignerin kaufte sich ein Achtspurgerät, spielte mittlerweile auch Gitarre und Bass und hielt ihre eigene Musik mit der heute spartanisch anmutenden Technik fest. Vielleicht ist es auch dieser dadurch erlernte Minimalismus und die Erfahrung aus klassisch aufgestellten Rockbands, die sie bei ihrer Arbeit an dem von ihr seit 1996 als Musikplattform eingesetzten Computer daran hinderte, ob der neuen Möglichkeiten in einer Gigantomanie zu versinken, die viele ihrer elektronischen Kollegen besonders in den Neunzigern überfiel. Denn bei der elektronischen Musik war Hanne Adam mittlerweile voll angekommen: „Ich erinnere mich noch genau an die damaligen Beschränkungen“, erzählt sie heute lachend, „ich musste zum Beispiel ganze Festplatten zu Freunden schleppen, die mir aus meinen Stücken eine CD brannten“.


Düstere Reaktoren in fruchtigen Loops

In der Wahl ihres musikalischen Rüstzeugs ist die Wahlberlinerin erstaunlich uneitel: Seitdem das belgische Unternehmen Image- Line 1998 die erste Version der Produktionssuite Fruity Loops auf den Markt brachte, blieb Hanne Adam dem besonders in den Anfangsjahren belächelten Werkzeug, das später in das weitaus seriöser klingende FL Studio umgetauft wurde, treu: „Viele Leute, die meine Musik zum ersten Mal hören, mögen gar nicht glauben, dass ich sie komplett mit FL Studio erstellt habe“, schmunzelt sie, „man erwartet immer gleichsam ‚wichtigere‘ Applikationen wie Cubase, Logic oder heute eben Live. Ich habe alle diese Programme nacheinander getestet, bin aber immer wieder bei Fruity Loops beziehungsweise FL Studio hängengeblieben. Es ist dasselbe, wie beim Grafikdesign ich seit jeher mit Photoshop und anderen Adobe-Programmen – man verlässt sich halt gern auf das, was man in- und auswendig kennt.“ Auf die internen Synthesizer von FL Studio greift sie jedoch kaum zurück, auch wenn diese von mittlerweile anerkannt hoher Qualität sind: „Mein Lieblingsspielzeug ist ganz klar Reaktor“, konstatiert Adam, „aber auch die anderen Instrumente und Effekte von Native Instruments sind mir generell am liebsten. Reaktor gewährt unglaublich viel Raum für kreative Experimente, den ich gern nutze“. Auch das dunkle, oft kühle Sounddesign ihrer Alben bringt sie direkt mit dem NI-Werkzeug in Verbindung: „Reaktor besitzt an sich ja bereits einen sehr krassen Ansatz und kann durchaus sehr ‚noisy‘ werden. Viele Klänge sind von vornherein schon sehr dunkel, und dieses Düstere sagt mir auch ausgesprochen zu, darin finde ich mich wieder.“ Tatsächlich beschäftigt sich Hanne Adam derzeit primär mit dem Sounddesign: „Es braucht gar nicht immer kompletter Kompositionen, um etwas auszusagen“, lautet ihre Einschätzung, „Flächen, komplexe Soundscapes reichen oft schon aus, um bestimmte Spannungen zu erzeugen“. Es sind diese Skizzen, mit denen sie dann später weiterarbeitet, um sie zu kompletten Stücken zusammenzufügen. Dabei ist ihre Herangehensweise nicht besonders kopflastig, auch wenn die anspruchsvollen Kompositionen von Adamned.age dies oft vermuten lassen:

„Ich bin nicht besonders theoretisch, was meine Musik angeht“, bekennt sie bereitwillig, „ich komme eher vom reinen Empfinden. Ich könnte dir zum Beispiel häufig gar nicht sagen, wie ich zu bestimmten Songteilen gekommen bin, wenn ich meine Musik später höre“.

Ähnlich wie in ihrer fotografischen Arbeit geht es also auch in ihrer Arbeit um das Festhalten des Moments, einen emotionalen Tagebucheintrag: „Ich habe eigentlich nie eine Melodie im Kopf, wenn ich mich an den Computer setze, um Musik zu schreiben“, so Adam, „diese entstehen erst beim Experimentieren.“ Musik als Sprache Elektronische Musik, die nicht auf Hitparaden und Radioeinsätze schielt, ist im gewissen Sinne immer ein Experiment, ein beständiges Ausloten des Möglichen, ein Messen der eigenen Fertigkeiten mit den technischen Gegebenheiten, ein Buhlen um die Freigebigkeit der Maschine. Besonders Sounddesigner stehen hier immer wieder vor der Herausforderung, der Welt Klänge zu offenbaren, die sie so noch nicht gehört hat, einer Neugenesis des Klangs. Doch für Hanne Adam nimmt die Erschaffung dieser Welten weitaus praktischere, wenngleich nicht weniger transzendente Funktionen ein: Klänge und Musik gelten für sie als Sprache. Nicht umsonst findet sich auf ihrer MySpace-Präsenz ein Zitat des französischen Schriftstellers Victor Hugo, der es in seinen Werken verstand, Romantik und Realismus zusammenzuführen: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann, und worüber es unmöglich ist, zu schweigen.“ Hanne Adams Empfinden ist darin perfekt ausgedrückt: „Ganz klar, Musik ist für mich eine Sprache für Dinge, die ich anders nicht formulieren kann.“ Diese Sprachlosigkeit hat zum Teil traumatische Gründe: „Für viele Dinge in meinem Leben hatte ich lange Zeit keine Worte. Musik war daher meine einzige Möglichkeit zu sprechen, sie hielt mich wortwörtlich im Leben, wenn ich nicht mehr weiter wusste.“ Es wäre wohl kaum eine Überraschung, zu sehen, wie viele Künstler diesen Ansatz nachvollziehen können, immerhin ist es wohl gerade der Zweck zumindest der abstrakten Kunst, Gefühle und Eindrücke zu kommunizieren, die für die gewöhnliche Sprache zu komplex wären, um verbal ausgedrückt zu werden und die sich teilweise gänzlich dem direkten menschlichen Erfahren entziehen. Musik als Spiegel für den emotionalen Supermarkt der Tage, das ist nichts Neues. Doch bei Hanne Adam kommt eine weitere sehr greifbare Dimension hinzu, die ihre gesamte künstlerische, jedoch ganz besonders ihre musikalische Arbeit geradezu machiavellistisch bestimmt: Seit Jahren schon kämpft sie einen Kampf mit einer Krankheit, der sie im alltäglichen Leben nur schwer entrinnen kann, und die mit ihren giftigen Sporen fast jeden ihrer Schritte begleitet und teilweise sogar fast ertränkt. Es gibt Tage, in denen dieser körperliche Schmerz gänzlich die Überhand gewinnt, sich wie ein dunkler Dämon in Mark, Bein und irgendwann auch Seele frisst, um mit der Wirkung starker besänftigender Medikamente höchstens schwindelig gespielt zu werden, bis er müde einschläft – aber nicht, um seinen Träger mit sich in die Tiefe zu reißen. Die Musik dient in diesem Fall als Wunder fernab jeglichem Kokolores Lourd‘scher Glückseligkeit und hilft Hanne dem Schmerz jedenfalls vorübergehend zu entfliehen: „Es klingt verrückt, aber durch die Musik und das Sounddesign kann ich ganz konkret körperlichen Schmerz vergessen“, erzählt sie, „ich gehe dann völlig in meiner Arbeit an den Klängen auf“. Beschreibungen ihrer Wirklichkeit bleiben die Alben von Adamned.age trotz dieser vorübergehenden Flucht: Die Klanggestaltung ist kühl und weitab von den sirupdicken Flächenbrandungen, in die andere Ambient und Downtempo-Musiker ihre Stücke oft untertauchen. Und trotzdem weisen die Kompositionen ihrer nunmehr sieben Veröffentlichungen den Hörer nicht ab, bleibt die persönliche Gegenwartsaufnahme kein individuelles abstraktes Kopfkino, in dem sich nur der Künstler selbst zurechtfinden kann. Im Gegenteil: Geradezu hypnotisch wirken viele Sequenzen, durchaus melodisch nehmen sie ihren Zuhörer mit, ohne ihm vorzuschreiben, was er zu empfinden hat: „Ich weiß gar nicht, ob Menschen, die meine Musik hören, wirklich erahnen, aus welchen Gefühlen heraus sie entstanden ist“, gibt Adam zu bedenken, „im Endeffekt ist das auch egal“. Zwar ist ihre Musik nicht im engeren Sinne als minimalistisch zu bezeichnen, von klarer Struktur ist sie aber trotzdem. Zu den ambientischen Kompositionen gesellen sich besonders auf ihrem aktuellen Album „Whiteout“, das bei dem spanischen Netlabel „PublicSpaces Lab“ erschien, auch immer wieder Elemente, die dem Trip-Hop entlehnt sind. Besonders dann merkt man Hanne Adam auch an, dass sie eine Ausbildung als Schlagzeugerin genossen hat und das Instrument auch jahrelang unterrichtete: Die Drums und Percussions wirken niemals statisch oder gar programmiert, obwohl die Musikerin längst nicht mehr selbst spielt, sondern auch in dieser Hinsicht ausschließlich auf synthetische Herangehensweisen vertraut. Ihr eigenes Musikprojekt schlägt auch die Brücke zu ihrer Arbeit an digitalen Collagen, in der Sie Grafiken und Fotos zusammenführt: „Collagen sind das genaue Gegenteil zu meinen Fotos“, erläutert sie, „in der Fotografie hege ich meine Vorliebe für minimale Strukturen, für klare und helle Formen. In meinen Collagen eröffne ich mir überall Ecken und Ebenen, in denen ich lassen kann, was gerade in mir steckt“. Ein blendendes Beispiel dafür ist zum Beispiel ihr Werk „Überlebensmaschinerie“ (siehe Seite 18), das die Künstlerin selbst scheinbar ausgeliefert an einen schwer arbeitenden Mechanismus zeigt. Begleitet wird die Collage von dem gleichnamigen Gedicht, das auf der Webseite von Adamned.age abgebildet ist.


Kreatives Gemeingut

So viel Output will atmen und zur Welt kommen, und die Creative-Commons-Bewegung bietet dafür eine optimale Projektionsfläche: „Ich möchte, dass meine Musik gehört wird“, so Adam, „und ein Netlabel ist damit für mich ein Mittel zum Zweck.“ Tatsächlich sieht sie sich damit auch als Teil einer weltweiten Bewegung, die den Gegenstand und seine Aussage wieder wichtiger macht als sein kommerzielles Potenzial: „Die Creative-Commons-Bewegung hat bereits heute einen höheren Stellenwert, als ihr gemeinhin zugestanden wird“, erläutert sie ihre Einschätzung, „auch meine Grafiken habe ich oft so verteilt.“ Enttäuscht wurde sie dabei noch nicht: „Die Leute sind immer fair damit umgegangen und haben mich zitiert, wenn sie meine Arbeit weiterverwendet haben.“


Das Süße im Schmerz

Bleibt die Frage nach dem Bösen im Leben, das sich irgendwann auch als etwas Gutes darstellt, auch wenn man es für den Rest des Lebens hassen wird. Schmerz ist ein dumpfer Hammer, der seinen Träger mit jedem Schlag zertrümmert, Stück für Stück porös klopft und droht, erst dann sein höhnisches Spiel zu beenden, wenn dessen eigene Substanz nicht mehr trägt. Und doch ist es gerade dieses ständige Dröhnen, das Hanne Adam erfolgreich nach den Fluchtpunkten suchen lässt, in denen ihr kreatives Schaffen wächst – eine Art urbane Exploration des innersten Wesens, dessen Räume nur dem ihre Schönheit offenbaren, der die steifen, aber blühenden Ranken auf ihrer schroffen Oberfläche nicht zu verändern, sondern zu lieben sucht. Hanne Adam hat den Blick dafür...



english version:
Inner Explorations

if the term "multimedia artist" wouldn’t have been outworn due to its rather inflationary usage during the Nineties, the Berlin based musician, photographer, graphic artist, and film-maker Hanne Adam would be a shining example. There’s rarely any other artist whose works are in a comparable and ongoing dialogue with each other. I had to fathom this tension in a deeper way. At noon in Berlin.The ugly scar that divided the western part of Berlin from its eastern Siamese twin not too long ago is hardly perceptible these days. The once so deep transection has at least optically been healed and is regularly traced for tourists only, who beg for historical memories and a division of the world in good and bad sides. But if you’re willing to take a deeper look beside the worn-out paths of the guided tours, you’ll find some places which have successfully withdrawn themselves from the interpretation of busily historians and self-proclaimed experts. These empty spaces are not forgotten by a movement which calls its adventures “Urban Exploration”. This term describes a completely different form of getting to know a town, far away from the pomp and parades, the polished putti and the resurrected insignia of a reincarnated economic power.Hanne Adam is part of this movement. Together with her “partner-in-crime” Tanja Dovens aka “die minimalistin” she’s roaming through deserted industrial ruins, abandoned hospitals, lonesome offices, and forgotten catacombs to find the aesthetics and romanticism of places that have been cautiously created by the calm breath of time.

Surreal Beauty

“Urban Exploration is a form of art which creates itself,” Hanne Adam tries to put her passion into words while we speak. And Berlin is the perfect place to take an ongoing snap-shot of this artistic expression. It was that kind of hunger for a historical yet authentic atmosphere that led Hanne from the lush feudalism of the Hanseatic city of Hamburg to the street urchin place of Berlin, that has cast its feathers to be the capital of the reborn republic again. But this emperor’s clothes are only borrowed, a fact that she knows all too well. “In comparison to Hamburg, Berlin is a quite poor place actually. But it constantly tries to decorate itself with things it cannot afford and which don’t even match or reflect its soul,” she says about her first years in the brimming cultural melting pot. Expensive apartments, luxurious shopping malls, and shiny spas have been built specially in the eastern district of Berlin since the demise of communism, coating what has been here not too long ago and still lives on in certain parts of the city. Hanne Adam and Tanja Dovens capture this reality to keep it from being forgotten. “We want to picture how these spaces look like, feel their spirit, and tell the stories they are telling. It’s that naturally evolving condition that makes them beautiful, and not that what brokers and estate agents want to synthetically create.” It seems as if both artists yearn to protect some old friends, who have grown near to them, a rare species, whose doom is sadly inexorably. “Sure enough, we shed some tears for a lot of these places,” Hanne admits, “too many of them had been deprived of their beauty by high-flying architects.”

Inventory Control

Art is always a kind of inventory control, a snapshot of the moment, no matter if its expression is musical or graphical. And Hanne Adams music is reflecting this concept all too well. The creative energy of her multimedia project EXurban, which she runs together with Tanja Dovens as well, draws its energy from the photos they both take during her rambles through the urban landscapes of Berlin. “EXurban is largely inspired by our photography,” Hanne admits, “but we don’t just take the pictures with us, we also carry a lot of feelings out of these buildings we’re visiting. When we watch those photos a bit later on, we already know quite well how the accompanying music should sound like.” EXurban is really all about onomatopoetic transition of pictures into sound. Or as Hanne Adam puts it, “We are actually listening to our pictures.”The musical canvas of her work for both projects, EXurban and adamned.age, is provided by the computer, although Hanne Adam comes from a rather traditional musical background. “I started playing the piano when I was 6,” she recalls, “but it quickly became clear to me that it wasn’t my kind of instrument.” Her inner thoughts and rebellious energy needed another, a louder from of expression, when she became attracted to Punk music. She consequentially started to learn how to play the drums, became part of a band, and began to tour the clubs of Hamburg’s vital alternative scene. But the monotonic approach to the musical style of Punk didn’t really satisfy her too long. “It wasn’t long before I made my first attempts to cross the borders between different styles, played Crossover and merged my own music with Hip-hop,” she remembers her time of musical experimentations. »» It was back then when Hanne also set the course for her first musical solo attempts: While studying communications design, she bought her first 8-track-recorder, played her own drums, bass, and even the guitar, and captured her first musical baby steps with this nowadays Spartan looking equipment. But it might also be this minimalistic approach and her experience in a rather traditional band set-up, that kept her from falling into the trap of creating an gihugic sound, that was all too apparent when she started using the computer for her work in 1996. Looking back on these days, a smile runs over Hanne’s face. “I remember those limitations back then quite well,” she laughs, “I had to carry complete hard drives to a friend of mine, so that he could burn a CD from them.”

Dark Reactors and Fruity Loops

When it comes to her sonic munition, Hanne Adam is surprisingly unpretentious. Ever since the Belgian manufacturer Image-Line put the first version of its program on the market in 1998, she is a dedicated user of Fruity Loops. Later renamed into the much more seriously sounding FL Studio, the program always had the problem of being smiled at by professional studio owners and producers. Hanne Adam knows of this low reputation. “Many people who listen to my music just can’t believe that I’ve done it completely with FL Studio,” she says with a knowing smile, “everyone expects some more ‘serious’ applications like Cubase, Logic, or the nowadays omnipresent Ableton Live. I tried all of these programs, but somehow always came back to Fruity Loops respectively FL Studio. I guess it’s a kind of familiarization – it’s just the same as in my graphical works: I’m simply used to Photoshop and some other programs by Adobe, and can’t help depending on tools you are familiar with.”But she doesn’t often use the internal synths of FL Studio, although they offer a high quality by now as well. “My favourite toy has to be Reaktor,” Hanne states, “but I actually love the whole range of instruments and effects by Native Instruments. But especially Reaktor offers a wide range of creative possibilities that I need for my work.” The rather dark and often sober sound design of her albums is closely connected to the tools of the Berlin company: “Reaktor already represents a very edgy approach to sound design, and it is able to sound very noisy indeed,” Hanne describes her favourite instrument. “Most of the sounds are very dark right from the beginning, and I very much find myself reflected in this kind of sonic environment.”Hanne Adam spends most of her time designing new sounds these days. “I don’t always need a complete production or composition to say something essential or to create a kind of energy,” she says, “pads and complex soundscapes are oftentimes completely sufficient to express what I feel inside.” But her musical works aren’t as head-driven as they may seem. “I’m not exceedingly theoretically when it comes to my own music,” she tries to explain her work, “I am driven by my emotions and feelings really, and most of the time, I cannot even recall how the different parts of my music came about, when I listen to them a bit later on.”Similar to her graphical work, Hanne Adam tries to capture the moment in her sonic adventures like in a emotional diary. “Most of time, I don’t already have a melody singing in my head when I start my computer to write some music,” she says, “I always begin from scratch by experimenting with sounds.”

Music as a Language

Electronic music which doesn’t long to be found in the charts and doesn’t leer at to be played on the radio is experimental most of the time, a constant scouting of what’s technically feasible, an ongoing competition of ones own capabilities with structural conditions, and means to court the munificence of the machine each time you use it. For Hanne Adam, creating sounds also has a very practical aspect: Sounds and music are her own inner language. It’s not without a reason that visitors of her MySpace account are greeted with a quote of the French poet Victor Hugo, who perfectly understood to melt together romanticism and realism in his own works: “Music expresses that which can’t be said, but which is impossible to be silent about.” Hanne finds her own thoughts in this quote, as she says, “Music is my kind of language for my feelings and a replacement of words that I can’t speak out in any other way.” This voicelessness is deeply rooted in traumatic experiences. “I didn’t find any words for some events in my life for such a long time,” she recalls, “and music was the only way to communicate them. It kept me holding on to life, when I simply didn’t know how to go on anymore.” »» Using music as a mirror to the emotions of a burdened life isn’t something unusual for an artist. But there’s another factor, an almost Machiavellian fate which has been dictating Hanne’s life for years now: her daily fight against a serious illness from which she can’t escape and that blows its deadly spores into every activity and literally every step she takes. Sometimes Hanne seems to drown in a sea of deep bodily pain, which bites into her bones and soul like a deadly daemon, only to be made dizzy by strong medicaments – but not without taking its keeper down into a tumbling depth right with it. Music frequently helps her to get rid of this monster, even if this spell only lasts for a limited amount of time. “It may sound crazy, but by making music I can forget the pain, I literally loose myself while working on sounds and music.”But although the music on her seven albums is highly personal and expresses the artist’s own pains, losses and victories, it is far from being unaccessible or a mere inner cinema which could only be understood by its director. Hanne Adam’s compositions sound highly hypnotic, taking its listeners to sonic adventures, without dictating what feelings they have to experience. Hanne knows of this seemingly discrepancy. “I have no idea if the people who are listening to my music are able to suspect the circumstances which are actually leading to its creation,” she says with a clever smile, “and at the end, it doesn’t really make a difference, does it?”

Sharing What’s Yours

Hanne Adam’s music might not fit into the popular category of minimalism, but it is far from being opulent as well. Her Ambient based compositions are joined by rhythmic structures, that are partly borrowed from Trip-hop and Electronica. Especially her latest album “Whiteout”, which has been released by the Spanish netlabel “Public Spaces Lab”, cleverly plays with these references. In these moments you may guess her education on the drums, an instrument which she also taught to other musicians for a couple of years. The beats she designs for her own music therefore never sound static or programmed, although Hanne has quit playing ‘real’ drums some time ago.At the moment she’s producing her eighth album under the working title of “Fragile”. It will be a collection of tracks she has done over the past few months. “It’ll feature around ten tracks that have been already completed, what makes it a little harder for me to actually put them together,” she says, “as I like to keep the songs ‘aligned’. I simply don’t like to throw a dice when it comes to my musical output.”Although Hanne hasn’t decided yet on the final title of her upcoming new album, she already made the choice to release it on the reincarnated Camomille netlabel in December. The reason for choosing a Creative Commons license for her output is quite rational. “I want my music to be heard,” she says, “and a netlabel provides an effective way to reach that goal.” But she also sees herself as part of a movement that puts values of free expression and artistically freedom over mere commercial reasons. “The Creative Commons movement already has a much higher significance than generally admitted,” she states. It’s not surprising that she doesn’t use this license model for her music only, but also for her graphical art and collages. And she never regretted this decision. “People have always been treating me well,” she says, “and quoted my works if they have used them for their own inspiration.”

The Sweet Side of the Pain

Constant pain might be one of the realities of Hanne Adam’s life. But it is this pain that also diabolically fuels her most creative moments. It drives her to heights and a deepness of expression that she never would have tapped into if she didn’t know it. That’s the sweetness behind this pain. Hanne Adam decided to share this sweetness with us...


all tracks are composed and produced
by adamned.age | h.adam
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